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Versprochene Traumrenditen entpuppen sich als dreiste Lüge: Im Raum Heilbronn haben Betrüger mit Online-Trading einen Millionen-Schaden verursacht. Wie die Polizei reagiert.
Betrüger haben mit falschen Online-Trading-Angeboten im Raum Heilbronn einen Schaden in Millionenhöhe verursacht. Wie das Polizeipräsidium Heilbronn am Mittwoch mitteilte, wurden seit Mai 2024 insgesamt 130 Fälle mit einem Gesamtschaden von rund 6,4 Millionen Euro bekannt. Besonders schwerwiegende Fälle gab es auch im Hohenlohekreis, wo Kriminelle etwa 2,46 Millionen Euro erbeuteten.
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Um gegen die wachsende Zahl an Betrugsfällen vorzugehen, hat die Kriminalpolizeidirektion Heilbronn die Ermittlungsgruppe (EG) Trading eingerichtet. Sie übernimmt die Fallbearbeitung für den Stadt- und Landkreis Heilbronn. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Täter überwiegend aus dem Ausland operieren.
Trading-Betrug im Internet: Manipulierte Webseiten
Die Betrüger geben sich laut Polizei als Finanzberater aus und kontaktieren ihre Opfer über Messenger-Dienste wie WhatsApp oder soziale Netzwerke wie Instagram und TikTok. Sie locken mit angeblich lukrativen Investitionen in Kryptowährungen oder andere Finanzprodukte. Die Polizei warnt: Gewinne werden nur vorgetäuscht, Auszahlungen erfolgen nicht oder nur in Ausnahmefällen, um das Vertrauen der Opfer zu gewinnen.
Mit speziell manipulierten Handelsplattformen wird den Anlegern vorgespielt, dass ihre Investitionen Gewinne erzielen. In Wahrheit seien alle Kontobewegungen und Guthaben gefälscht, so die Ermittler.
Online-Trading-Betrug: So kann der Betrug erkennt werden
Das Polizeipräsidium rät dringend zur Vorsicht bei Geldanlagen im Internet. Interessierte sollten sich auf seriösen Finanzportalen wie der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) informieren. Warnsignale für betrügerische Angebote seien unter anderem:
- Versprechen von unrealistisch hohen Renditen
- Fehlendes oder fehlerhaftes Impressum auf der Anbieter-Website
- Geldüberweisungen ins Ausland
- Aufforderungen zur Installation von Fernwartungssoftware wie AnyDesk oder TeamViewer
- Kontaktaufnahme ausschließlich über Messenger-Dienste mit auffälligen Übersetzungsfehlern
Online-Trading: Opfer werden teils selbst zu Geldwäschern
In einigen Fällen, so die Polizei, würden Betrugsopfer sogar in Geldwäsche verwickelt. Die Täter fordern sie auf, erhaltene Zahlungen an andere Konten weiterzuleiten. Wer verdächtige Angebote erhalte oder bereits Opfer geworden sei, solle umgehend Anzeige erstatten und keine weiteren Zahlungen leisten.