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Lügen entlarven per App: Polizei Hagen kündigte „LieScan“ an – doch es war nur ein Aprilscherz.
Die Polizei Hagen sorgte am 1. April für Aufsehen, als sie mit der Ankündigung, eine Lügendetektor-App namens „LieScan“ zu testen, eine neue Technologie präsentierte. Die App sollte angeblich in Echtzeit die Glaubwürdigkeit von Aussagen mithilfe moderner KI-Algorithmen überprüfen.
Demnach werde die App „LieScan“ auf den dienstlichen Smartphones der Beamten installiert. Sie nutze anschließend moderne KI-Algorithmen, um mit einer Genauigkeit von mehr als 98 Prozent festzustellen, ob eine Person die Wahrheit sagt oder nicht.
Polizei Hagen: Lügendetektor-App „LieScan“ entpuppt sich als Aprilscherz
Die vermeintliche App komme bei Vernehmungen, Verkehrskontrollen oder anderen polizeilichen Einsätzen zum Einsatz. Sie analysiere dabei sprachliche Merkmale wie Tonlage, Sprachmelodie und bestimmte Schlüsselwörter. Das Ergebnis werde den Beamten in Form einer Ampelfarbenanzeige angezeigt: Grün steht für hohe Glaubwürdigkeit, Gelb für mögliche Unstimmigkeiten und Rot für eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Gesprächspartner lügt.
„Diese neue Technologie soll insbesondere dabei helfen, die Effizienz unserer Kontrollen zu steigern und Straftäter schneller zu überführen“, erklärte ein Sprecher der Polizei Hagen in der Pressemitteilung.
Doch einen Tag nach der Veröffentlichung klärte die Polizei auf: „Natürlich handelt es sich bei ‚LieScan‘ um eine durch uns frei erfundene App“, teilte die Behörde in den sozialen Medien mit. „Wir hoffen, dass Sie gut durch den 1. April gekommen sind!“
Die Idee einer solchen „Lügendetektor-App“ ist momentan unrealistisch. Die Sprache ist zu komplex, um sie nur anhand von Tonfall oder bestimmten Worten zuverlässig auf Lügen zu überprüfen. Zudem gibt es keine wissenschaftliche Basis, die zeigt, dass eine KI Lügen wirklich genau erkennen kann. Auch Datenschutz- und ethische Bedenken spielen eine Rolle.