
Einst Statussymbol, dann Inbegriff schlechten Geschmacks – und heute? Der Fliesentisch ist zurück in der Popkultur.
Kaum ein Möbelstück hat in Deutschland einen solchen Imagewandel durchlaufen wie der Fliesentisch. Einst Symbol des wirtschaftlichen Aufstiegs der Arbeiterklasse in den 1960er-Jahren, wurde er später zum Inbegriff von schlechtem Geschmack und sozialer Stigmatisierung.
Fliesentisch: Das ist die Geschichte
Seine Blütezeit erlebte der Fliesentisch in den 1970er- und 80er-Jahren. Robust, pflegeleicht und mit praktischen Funktionen wie Höhenverstellung oder ausziehbarer Tischplatte ausgestattet, war er fester Bestandteil vieler Haushalte. Doch mit dem Aufstieg moderner, minimalistischer Möbel aus Glas, Aluminium und Kunststoff geriet er zunehmend aus der Mode.
In den 2000er-Jahren erlebte der Fliesentisch eine unerwartete Renaissance – allerdings in einem anderen Kontext. Er wurde fester Bestandteil von Reality-TV-Formaten wie Frauentausch oder Schwiegertochter gesucht und damit zum Symbol für soziale Unterschicht und vermeintlichen schlechten Geschmack. Zahlreiche Memes und ironische Verwendungen trugen weiter zu seinem neuen Image bei.
Fliesentisch wird im Internet wieder zum Kultobjekt
Heute ist der Fliesentisch ein Kultobjekt der deutschen Popkultur. Merchandise-Artikel, ein Online-Museum und sogar das Album Fliesentisch Romantik der Sängerin Katja Krasavice aus dem Jahr 2018 zeigen, dass das Möbelstück längst über seine ursprüngliche Funktion hinausgewachsen ist. Ob er jemals ein echtes Comeback erleben wird, bleibt abzuwarten.